Verzweifelt: sauer gerittenes Pferd?

samedi 13 septembre 2014

Hallo ihr Lieben,



ich bin neu hier und habe mich angemeldet, da ich hoffe, Tipps von euch zu bekommen, da ich einfach nicht mehr weiter weiß.

Ich bin 29, reite seit 20 Jahren und bin Besitzerin von 1 Isiwallach (ihn habe ich 2007 gekauft) und einem 11-jährigen Paso Peruano (gekauft Mai 2014). Mein Problem bezieht sich auf den Paso.



Erstmal vorweg:



Ich habe Anfang des Jahres angefangen nach einem 2. Wallach zu suchen, habe eine Suchanzeige aufgegeben und allen möglichen Leuten bescheid gegeben die mit Pferden zu un haben. Ich suchte nach einem "geländesicheren Wallach, der von Jugendlichen geritten werden kann, als Handpferd mitläuft, lieb im Umgang ist und ganz viel Tölt hat". Eine Bekannte trat an mich ran und erzählte mir, dass eine Bekannte von ihr einen ganz lieben Paso verkauft. Ich nahm also Kontakt zu der Dame auf und konnte schon bald den Paso probereiten. Es klappte gut, er war schnell, ließ sich aber bremsen. Ich ritt ihn dann noch ein weiteres Mal, auch hier war alles gut und ich entschloss mich dazu ihn zu kaufen. Die damalige Besitzerin erzählte mir, dass mein Paso sauer in der Bahn und im Viereck geritten wurde, dass es aber durchaus möglich sei, hin und wieder mit ihm auf eine Bahn zu gehen oder an Kursen teil zu nehmen. Nur wäre es nicht gut, wenn er ganz oft hintereinander, ohne Abwechslung im Viereck oder auf der Ovalbahn geritten wird. Dies störte mich nicht weiter, da ich eg eine reine Freizeitreiterin bin und hin und wieder zu Kursen fahre, die 2-3 Tage dauern.

Ende Mai diesen Jahres zu er nun bei mir ein. Ich war schon voller Vorfreude darauf, ihn bald zu reiten, gab ihm aber erstmal ein wenig Zeit sich einzugewöhnen. Meinen ersten Ritt unternahm ich nicht alleine, sondern mit einer Bekannten. Der Ritt war sehr flott, was ich damals einfach darauf zurückführte, dass er in einer neuen Umgebung ist und alles für ihn interessant ist. Die nächsten Ritte waren alles andere als entspannt, auch trat keine Verbesserung ein. Mein Paso erschrak sich vor ALLEM! Bänke, Wasserfässer und als er Kühe sah, machte er auf dem Absatz kehrt. Hier bereits stellte ich mir die Frage, ob er überhaupt viel im Gelände geritten wurde. Zu dem fehlte von einer Bremse jede Spur (dazu muss ich sagen, dass ich ihn die beiden Male, als ich Probegeritten bin, mit einer Halbkandarre geritten und nun mit einer doppelt-gebrochenen Wassertrense). Nachdem er mir dann einmal im Gelände abgeschossen ist, ohne für mich ersichtlichen Grund, bat ich meine Bekannte darum, mich nochmals zu begleiten. Dieser Ritt war der reinste Horror, denn auch hier ging er von jetzt auf gleich durch (ich bin kein ängstlicher Reiter und kenne es nur zu gut, wenn Pferde durchgehen, aber in dieser Situation hatte ich Angst). Als wir dann wieder an der Weide ankamen, hab ich mich dazu entschlossen ihn stehen zu lassen und erstmal vom Boden aus zu arbeiten. Ich habe die 7 Spiele nach Pat Parelli gespielt und ihm zusätzlich Bachblüten zur Beruhigung gegeben. Zudem ging ich viel mit ihm spazieren. Auch telefonierte ich mit seiner Vorbesitzerin, die mir sagte, dass er dieses Verhalten nicht bei ihr gemacht hat und auch keine Angst vor Kühren hatte (heute frage ich mich, wie oft sie mit ihm im Gelände unterwegs war, denn ein Pferd, welches regelmäßig im Gelände geritten wird, erschreckt sich vielleicht ein- oder zweimal, aber dann ist es meistens gehalten). Nun gut, nach ein paar Wochen fing ich dann wieder mit dem reiten an, erst nur Schritt. Als wir Strecken am langen Zügel (!!!!!!!!!!) Schritt reiten konnten, fing ich mit Tab an. Galopp ließ ich außen vor. Irgendwann trabte er nicht mehr, sondern töltete munter unter mir. Ich konnte ihn gut regulieren und dachte, super, was für ein tolles Pferd. Anfang August wechelten wir die Wiese und mussten 2 Stunden reiten, durch Dörfer, an Kühen vorbei (wo er dann wieder auf dem Absatz kehrt machte), an Hauptstraßen vorbei, alles war soweit gut. Dann fing er an, dass er selber entscheiden wollte welchen Weg wir gehen. Wenn ich in eine andere Richtung gehen wollte als er, blieb er stehen und fing an Rückwärts zu gehen. Vielleicht mag es sich für den einen oder anderen lustig anhören, nur wenn man einmal im Graben landet, ein anderes Mal einen Stacheldrahtzaun hinter sich hat oder einen Baum sieht, der von hinten auf einem zukommt, ist das nicht mehr lustig. Wenn ich in dieser Situation meinen Schenkel einsetze macht er zu, wird blöd und fängt an vorne hoch zu kommen. Ich sitze das meistens so aus und warte bis er stehen bleibt. Dann ist es meistens so, dass wir meinen Weg gehen können, oder, wenn alle Stricke reißen, steige ich ab und führe ein Stück (ob das der richtige Weg ist, sei dann mal dahin gestellt). Vor 2 Wochen habe ich dann einen Wochenendkurs bei einem sehr guten Reitlehrer absolviert. Freitags mussten wir unsere Pferde auf der Ovalbahn vorstellen. Dies kappte gut, bis auf den Punkt das er mir auf der Hand lag. Samstags ritt ich dann schon mit Muskelkater. ;-P Samstagvormittag waren wir im Dressurviereck. Als wir Übungen zur Vorhandwendung gemacht haben, hat mein Paso nen Rappel bekommen, ist gestiegen, hat gebuckelt und ist hin und her gesprungen. Auch diese Situation habe ich ausgesessen. Als er sich beruhigt hatte wollte ich einfach nur ganze Bahn gehen, legte meinen Schenkel an und der Spaß ging von vorne los. Nachdem er sich dann wieder beruhigen konnte stieg ich ab und war erstmal fertig. Mit dem Verhalten habe ich nicht gerechnet. Nach einer kurzen Verschnaufpause stieg ich wieder auf und ritt einfach ganze Bahn. Er beruhigte sich ein wenig, ich hatte aber trotzdem das Gefühl, dass er jeden Moment wieder irgendeinen Quatsch macht. Nachmittags hatten wir dann eine Stunde auf der Ovalbahn. Mein Trainer wollte, dass ich die Übergange vom Tölt zum Schritt reite, damit mein Paso lernt auf kleinste Hilfen zu reagieren, er sagte, dass ich den Druck wegnehmen muss, denn mein Druck erzeugt bei ihm Gegendruck. Klingt logisch, wusste ich auch schon. Nun zu meiner Aufgabe, ich hatte ein Pferd unter mir, welches mir die ganze Zeit auf dem Gebiss lag, welches nicht durchzuparieren war und wo ich eine Menge Kraft aufwenden musste. Ich war nach einer Zeit fertig mit meinen Nerven, hatte keine Kraft mehr und verließ die Ovalbahn, nachdem ich ihn endlich zum halten bekam. Mein Trainer kam daraufhin zu mir und sagte, dass das gerade mal der falsche Weg war. Weiß ich, ich konnte aber nicht mehr, da mir alles weh tat. Er ließ mir eine Verschnaufpause und bat mich nochmal in die Ovalbahn zu kommen. Ich töltete dann so lange, bis mein Paso vom Gebiss weg war und ich kein Gewicht mehr in der Hand hatte. Als dieser Punkt erreicht war, lobte ich ganz viel und übertrieben und hörte auf. Am nächsten Tag haben wir wieder Übungen im Viereck gemacht, ich hatte wieder ganz viel Gewicht auf dem Zügel, aber wir haben kleine Aufgaben gelöst, ohne Druck. Nachmittags sollten wir dann wieder auf die Ovalbahn gehen. Ich habe vorher ein bißchen im Viereck gearbeitet und siehe da, ich hatte ein entspanntes Pferd!!!! Kein Gewicht in der Hand. Ich konnte Volten reiten, durch die ganze Bahn etc. Im Schritt und Tölt, alles gut. Dann bin ich auf die Bahn geritten, wo ich erstmal wieder Gewicht in den Händen hatt, aber nach kurzer Zeit ging er auch hier entspannt! Ich hörte dann auf, nachdem mein Paso 1 Runde ohne Druck im Arbeitstempo getöltet ist, lobte ihn wieder und war sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Nach dem Kurs fuhr ich für 1 Woche weg. Mein Paso hatte also Zeit darüber "nachzudenken". Am Mittwoch wollte ich dann eine Runde drehen, war total happy wieder reiten zu können. Ich ging also auf die Weide, legte das Halfter an und ging Richtung Ausgang. Schon beim führen bemerkte ich, dass er sehr nervös war. Kurz vor dem Ausgang spürte ich, dass sich der Strick spannte, ich schaute zurück und da stand mein Paso auf 2 Beinen hinter mir. Er drehte sich zur Seite und rannte los. Der Strick flutschte mir durch die Hände und weg war mein Paso. Ich stand etwas verdattert da bevor ich mich auf dem Weg machte um ihn wieder zu holen. Zum Glück waren wir noch auf der Weide. Er rannte zu seinen Kumpels. Ich ging dann zu ihm und konnte ihn mitnehmen. Beim putzen war er super nervös. Er zitterte, wegen der Aufregung? Keine Ahnung. Ich sattelte ihn und ging ein Stück mit ihm spazieren bevor ich mich drauf setzte. Ich ritt los. Er war total angespannt, ich hatte das Gefühl auf einem Pulverfass zu reiten. Auch ritt ich nicht weit, da ich ein komisches Gefühl hatte. Kurz bevor wir die Weide erreichten, stieg ich ab. Das Führen zur Weide war auch alles andere als entspannt. Er tänzelte rum, versuchte mich zu überholen. Auch nachdem ich ihn abgesattelt hatte, war er nicht entspannt.



Ich frage mich nun, wie soll es weiter gehen. Ich glaube mittlerweile, dass er nicht nur in Bahn und Viereck, sonder generell sauer geritten ist. Ich weiß nicht was ich da machen soll. Nächste Woche kommt eine Osteopathin, dann klären wir ab, ob die Verspannung vielleicht körperl. Ursachen hat.

Für mich wäre es gerade super hilfreich, wenn ich Kontakt zu der/dem ein oder anderen bekommen könnte, die/der vielleicht auch schonmal vor so einem ähnlichen Problem gestanden hat. Auch wäre ich für einfache Tipps dankbar.



Vielen Dank für diejenigen, die sich zum einen die Zeit genommen haben, meinen Roman zu lesen und evtl wertvolle Tipps für mich haben, denn ich bin gerade an einem Punkt angelangt, wo ich gar nicht weiter weiß.



Liebe Grüße





Verzweifelt: sauer gerittenes Pferd?

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