Nach über 10 Jahren "Reitunterricht" endlich richtig reiten lernen?

jeudi 18 septembre 2014

Hey,



schon oft habe ich in diesem Forum nachgelesen, nun habe ich mich in selbst angemeldet :)

Ich habe auch gleich eine Frage, bzw. hoffe ich, dass ihr mir etwas Hoffnung geben könnt. Dazu will ich zunächst meine Geschichte erzählen. Könnte ein längerer Text werden. :D



Ich weiß gar nicht mehr wie alt ich war, so im typischen Alter wenn man mit dem Reiten anfangen will. Noch sehr jung auf jeden Fall. Wie Opas so sind erfüllen sie der Enkelin natürlich den Wunsch und suchen einen Hof.



Ich kam an einen kleinen Hof auf dem Land, dort war ich 2 Jahre. Genau kann ich mich auch nicht erinnern. Ich weiß nur, dass ich einfach auf ein Pferd gesetzt wurde und in die Abteilung kam, ohne Longenunterricht. Es wurde nie auf meinen Sitz geachtet.. Ich durfte in der ersten Stunde bereits allein traben, galoppiert bin ich in diesen 2 Jahren nie. Allerdings habe ich dort wirklich genau gelernt wie ich ein Pferd putze und wie wichtig das ist, dass ich es gründlich mache. Auch das Satteln und Trensen habe ich dort richtig gelernt.



Mein Opa war nicht begeistert davon, dass ich nach 2 Jahren noch nicht mehr durfte. Ich war auch enttäuscht, aber zu schüchtern was zu sagen.



Dann bin ich in den Sommerferien auch immer auf einen Ponyhof gefahren. Das war das beste in meiner Kindheit. Die Ponys sind alle nur Freizeitmäßig ausgebildet, aber alle superlieb, haben trotzdem Charakter und sind alle einfach toll! Es wird oft ohne Sattel geritten und man macht jeden Tag einen wunderschönen Ausritt. Die Ponys leben da alle zusammen in einer großen Herde und viele werden richtig alt, das älteste Pony dort ist schon 37. Das waren immer die glücklichsten 2 Wochen für mich im Jahr. Ich habe da zwar auch nicht viel über richtigen Sitz und Hilfengebung gelernt, aber ohne Sattel reiten und die Erfahrung von Ausritten zu machen, die man vorher nicht machen konnte.. Das ist toll :)



Naja, und zu Hause..



..haben wir uns auf die Suche nach einem neuen Hof gemacht. Es war ein richtiger Verein in der Stadt. Allerdings ist das, was dort mit den Schulpferden passiert Tierquälerei. Den ganzen Tag in der Box, werden nur täglich von Reitschülern geritten und niemals Korrektur geritten. Man kann richtig sehen dass die Pferde unglücklich sind. Im Laufe der Zeit gewöhnten sich die Pferde dort durch falschen Umgang auch Unarten an, weil niemand den Kindern im Stall geholfen hat. Kein Pferd wollte sich satteln lassen. Die Kinder sind zu klein, die Eltern könnens nicht.. Da wird der Sattel von hinten irgendwie draufgeschmissen. So grausam..



Ich hatte eine Longenstunde, die Reitlehrerin war der Meinung dass mein Sitz gut genug war, daher bin ich dann auch in die Anfängerabteilung gekommen. Dort habe ich auch galoppieren und halbherzig gelernt mit Hilfen umzugehen. Nach einem Jahr kam ich in die Fortgeschrittenen-Abteilung.

Ich hatte allerdings nicht das Gefühl, seitdem je wieder Fortschritte gemacht zu haben.. Die Armen Schulpferde waren völlig abgestumpft, die "Reitlehrerin" hatte keinen Trainerschein und war selbst erst 16 und alle Pferde mussten mit Ausbindern geritten werden, egal wie gut man war. Als ich 12 war, habe ich mal an einem einfachen Reiterwettbewerb mit einem der Schulpferde teilgenommen. Mein erstes und einziges "Turnier". Habe eine 6.8 bekommen und bin damit dritte geworden.

Ich habe auch nie Abzeichen gemacht, nur den Basispass.



Als ich 17 war, habe ich erstmal realisiert dass das dort niemandem etwas bringt.. Die Pferde wurden schlecht behandelt, ich hab nichts gelernt..

Also bin ich da weg. Ich hatte mir vorgenommen eine RB zu suchen, aber zuvor wollte ich mich mit der richtigen Haltung, Bodenarbeit und richtigem Umgang auseinandersetzen.

Also habe ich irre viele Bücher gelesen. Kurz vor meinem 18 Geburtstag hatte ich dann das Gefühl schlauer zu sein und habe mich auf die Suche gemacht.

Habe auch schnell eine liebe Frau mit einem tollen Pferd gefunden. Ich merkte schon beim Probereiten dass es ein ganz anderes Gefühl ist ein gut ausgebildetes und gut behandeltes Pferd zu reiten.. Ich merkte vor allem, dass ich dem nicht gewachsen war. Die Reitstunden dort waren aber für mich unbezahlbar. Außerdem war der Hof weit weg, also konnte ich dort nicht hin.



Weiter gesucht: Sogar ganz in der Nähe, leider hat das Pferd Arthrose. Aber die Besitzerin konnte mir helfen, mein Wissen aus der Theorie in die Praxis umzusetzen. Wir machten viel Bodenarbeit, Vertrauensübungen, Anti-Schreck-Training und Spaziergänge. Wir haben auch zusammen an verschiedenen Seminaren teilgenommen. Dieses Jahr war so toll für mich. Zwar bin ich in diesem Jahr nur 2x geritten, aber ich habe so viel anderes wichtiges gelernt.

Leider ist die Besitzerin umgezogen, natürlich mit ihrem Pferd.. Der Abschied von beiden fiel mir verdammt schwer :(



Aber wie das Schicksal so will, habe ich direkt eine neue RB gefunden. Am selben Stall. Die Besitzerin ist eine ältere Frau die sich nicht mehr gut um ihr Pferd kümmern kann. Neben mir sind es noch 2 Mädchen die sich um ihr Pferd kümmern. Ein ganz ganz lieber Wallach. Er ist zwar schon 19, aber so gut trainiert, man könnte fast sagen er ist der fitteste am Stall (ist aber eben nur ein kleiner Freizeitstall). So wie er aussieht, richtig viele Muskeln.. Wow, ich hätte vorher nie gedacht dass er schon 19 ist. Da sieht man was gute Pflege, Haltung und Training ausmacht.



Seit 2 Wochen bin ich nun bei ihm (2x/Woche). Bisher haben wir hauptsächlich Bodenarbeit und Vertrauensübungen gemacht. 1x bin ich auch kurz geritten, aber wieder habe ich sofort gemerkt, dass ich Hilfe in Form von Unterricht brauche. Ich möchte ihn so fit halten wie die beiden anderen Mädels das machen und das schaffe ich nicht allein. Aber auch hier das Problem mit dem Geld.



Ich habe also bei Ebay-Kleinanzeigen eine Anzeige gestartet und nach mobilen Reitlehrern gesucht. Gesucht, und gefunden. Habe jetzt Kontakt mit einer Frau die mit ihrem Pferd dressurmäßig auf S-Niveau ist. Sie gibt Unterricht, von Anfängern bis zu guten Turniergängern. Am Montag besuche ich sie an ihrem Stall und schaue ihr beim Training zu, dann wollen wir auch einen Termin für meine erste Stunde machen :) Bin schon echt gespannt.



Nur denke ich, dass es mit ein bisschen Unterricht bei mir nicht getan ist. Zum einen fehlt mir das Geld um jede Woche eine Stunde zu nehmen. Ich kann mir nur (regelmäßig) alle 2 Wochen eine Stunde leisten, ab und zu vielleicht auch mal eine Extrastunde, aber eben nicht immer.. Das ist auf jeden Fall ein Knackpunkt, regelmäßiges Training ist ja wichtig.



Und ich habe ja sehr wahrscheinlich Fehler in so ziemlich allem. Ich habe mir mal bei Youtube Videos von Reiterwettbewerben von jüngeren Kindern angeschaut... In diesem Moment dachte ich: Du kannst ja wirklich garnichts!

Angefangen mit dem Sitz, ich glaube dass mein Sitz ziemlich grottig ist. Ich habe von Anfang an nichts richtig gelernt. Ich habe mir ja fast alles selbst beigebracht, wie ich als Kind dachte es sei richtig.



Bekommt man diese Fehler jetzt überhaupt noch raus? Kann man quasi wieder "neu" anfangen? Alles von Anfang an richtig lernen? Zumal ich die Stunden ja nicht oft machen kann.



So, das wär dann die Geschichte von mir und den Pferden..

Ich bin wirklich motiviert richtig Reiten zu lernen. Ich will es einfach schaffen! Ich spiele mit dem Gedanken mir als großes Ziel eine E-Dressur zu setzen.. Ich bin zwar eher Typ Freizeitreiterin, aber so eine E-Dressur sollte ja eigentlich zu schaffen sein.



Was sagt ihr denn so dazu? Meint ihr, es lohnt sich mit dem Unterricht? Kann ich es schaffen vernünftig Reiten zu lernen, auch mit dem eher seltenen Unterricht? Hatte hier vielleicht auch jemand als Kind schlechten Unterricht und musste später alles neu lernen?

Bin gespannt auf eure Beiträge die mir hoffentlich etwas Mut machen..



Habt alle noch einen schönen Tag :)



LG

Dingschen





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