[Diagnose/Therapie] Spat, Arthrose, Schmerzen - wann ist der richtige Zeitpunkt

jeudi 18 septembre 2014

Ich bin erschüttert.

Nicht mal eine Woche ist es her, dass ich mein Pony Hildegard gehen lassen musste. Und nun macht mir der älteste Sorgen. Monty, seines Zeichens 28 Jahre altes schweres Warmblut. Er hat sehr an Hilde gegangen, fraß einige Tage schlecht und wirkt immer noch niedergeschlagen.



Das ganze Jahr über hat er kontinuierlich abgebaut und ist trotz fetter Sommerweide immer dünner geworden. Der TA war da, großes Blutbild, Eisen und Selen ein klein wenig niedrig, Leberwerte nicht absolut ideal aber für ein so altes Pferd lt. TA absolut im Rahmen. Wir haben Haemolythan und Vitamine zugefüttert und trotzdem wurde es nicht besser. Der Doc meint dass die Nährstoffaufnahme bei alten Pferden oft gestört ist und der Darm einfach nicht mehr gut resorbiert. Er bekommt große Mengen Futter um das irgendwie aufzufangen, Heu satt, Heucobs zusätzlich, Öl und Kraftfutter, Mash und Rübenschnitzel. Er hatte nun auch Anfang des Jahres eine sehr schwere Kolik und seitdem sind wir etwas vorsichtig.



Das Hauptproblem: Er hat starken Spat und Arthrose. Er dreht die Hinterbeine stark und beugt sie kaum, es sieht schon von der Hüfte an seltsam aus und er läuft als wenn die Beine abbrechen, zieht die Hinterbeine deutlich nach, tritt nicht unter den Körper. Die Hüfte kippt stark nach rechts und links ab. Im Trab etwas besser, weil er da durch Schwung kompensiert. Galopp - wenn man ihn überhaupt dazu bekommt - ist ein unbeholfenes Hoppeln mit der Hinterhand (sieht aus als wenn diese separat nachspringt und ist kein harmonischer Bewegungsablauf). TA+Osteo war da und sagte an so einem alten Pferd wird nicht herumgerenkt und ich soll mir mal Gedanken machen wie lange ich den Opi so noch laufen lassen möchte. Ein Notfall-TA der zu einer Kolik gerufen wurde war erschüttert über den Ernährungszustand und wollte am liebsten sofort einschläfern, behandelte nur weil ich versprach den Haus-TA hinzuzuziehen, was ich auch tat.



Monty ist seit 2 Jahren in Vollrente und wird trotz Arthrose nicht viel bewegt, da er auch vorne beidseits Fesselträgerschäden (Faserrisse) hat und auch bei leichter Belastung sofort lahm geht. Seitdem wird die Artrose aber immer schlimmer. Wir gehen nur noch etwas Schritt als Bewegung, vom TA verordnet.



Ich habe mich bewusst gegen chemische Schmerzmittel entschieden da Hilde davon schwere Magenschäden hatte und das Pferd einer Bekannten Anfang des Jahres an den Nebenwirkungen (Magenblutungen) starb. Ich möchte nicht das eine Leiden lindern damit das ich ein anderes provoziere und Monty war immer magenempfindlich. Zudem ist er ansonsten einfach nicht mehr so fit. Es gibt Ingwer, Weidenrinde und Teufelskralle, doch so richtig doll wirkt davon nichts.



Nun das Problem: Von den gesundheitlichen Problemen her und dem Futterzustand wäre es absolut gerechtfertigt zu sagen, ok, dieses Pferd ist am Ende seines Lebensweges.



ABER erklärt das mal Monty! Geistig ist er total wach und wird sogar wütend wenn er merkt dass ihm etwas nicht gut gelingt, dennoch sieht man ihm die Schmerzen immer wieder an wenn er es trotzdem versucht. Er kann sich noch wälzen und kommt wieder hoch doch jede leichteste Beanspruchung (5 Runden "longieren" ganze Bahn im Schritt) scheint ihn zu belasten und zu schmerzen. Nicht mal unser 20-minütiges Schrittgehen gefällt ihm noch. Trotzdem bietet er sich an der Longe an und präsentiert sich, hebt die innere Schulter und ist immernoch ganz der alte Profi (der kann lesen, schreiben und rechnen sagte die RL immer...)- bis ihn die Schmerzen dann einholen.



Ich habe einerseits Angst, dass es jetzt noch "zu früh" sein könnte, aber andererseits die Befürchtung den richtigen Zeitpunkt zu verpassen...





[Diagnose/Therapie] Spat, Arthrose, Schmerzen - wann ist der richtige Zeitpunkt

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