Muss mein Pferd verkaufen, suche etwas Trost

jeudi 19 mars 2015

Hallo zusammen,



ich weiß gar nicht wo und wie ich anfangen soll.



Jedenfalls muss ich es mir mal von der Seele schreiben, da ich so tottraurig bin.



Nachdem sich meine Lebensumstände geändert haben, habe ich schon seit etwa 4-5 Monaten kaum noch Zeit für mein Pferd. Kaum noch Zeit heißt in meinem Fall, ich schaffe es bestenfalls einmal unter der Woche zum Pferd, meist kommt was dazwischen und ich kann nur noch Samstag/Sonntag in den Stall.



Als ich mein Pferd 2012 gekauft hatte, stand er in einem Offenstall hier in meiner Stadt. Das war perfekt, ich war jeden Tag dort, Fahrtzeit einfach 5 Minuten. So konnte ich es immer organisieren, dass ich täglich so 1-2 Stunden dort war. Und wenn ich mal keine Zeit hatte, war´s ja auch nicht so tragisch, da mein Pferd 24 Stunden draußen war, mit der Option sich im Stall zurück zu ziehen, wenns ihm danach war.

Leider musste ich den Offenstall nach 1 Jahr verlassen, weil die Besi den Platz für ein weiteres eigenes Pferd brauchte und Fernando dort vom Leitwallach "gemoppt" wurde.

Also zogen wir in einen super tollen Pensionstall um, in dem wir auch jetzt noch stehen. Wir beiden fühlen uns dort pudelwohl, es ist einfach toll! Nachteil: 25 km einfache Strecke. Leider ist in der nähren Umgebung kein Stall, in dem ich mein Pferd guten Gewissens unterbringen kann.



Das lief eine Zeit lang wirklich gut, ich konnte es so organisieren, dass ich 2-3 mal unter der Woche beim Pferd war, 2 Tage übernimmt meine RB und dann habe ich noch das Wochenende.



Im Herbst 2013 hat sich dann schlagartig alles geändert:



- Aus meiner halbtagsstelle wurde eine 3/4 Stelle

- Meine Oma ist gesundheitlich nicht mehr so fit, dass sie sich zweimal die Woche für ca 3 Stunden um meinen 7jährigen Sohn kümmern kann

- Die Schichtarbeiten meines Mannes sind unregelmäßig geworden

- Ich kümmer mich 2mal täglich um die Dekubituserkrankungen des Hundes meiner Eltern



Von heute auf morgen hatte ich plötzlich überhaupt keine Zeit mehr, in den Stall zu fahren. Ich bin ja schon 45 Minuten nur mit hin- und her fahren beschäftigt.



Unter der Woche hab ich jetzt eh so viel um die Ohren, dass ich gar nicht weiß was ich zuerst machen soll. Mein Haushalt muss ja auch gemacht werden, da lass ich schon täglich genug liegen, weil ich eh nicht rum komme. Und ich habe einfach ein schlechtes Gewissen, weil mein Sohn unter der Woche eh schon viel zu kurz kommt. Und dann am Wochenende, wenn mal halbwegs Zeit ist, "muss" ich in den Stall, weil Fernando schon 3-4 Tage die Woche nur rumstand....aber ich kann das meinem Kind nicht mehr antun, wir brauchen mehr Zeit für uns, für Unternehmungen etc.



Einer bleibt definitiv auf der Strecke. Mein Kind oder mein Pferd....



Somit ist die Entscheidung für mich klar, mein Kind darf nicht zu kurz kommen. Niemals.



Also habe ich den Eltern meiner RB mein Pferd vorgestern zum Kauf angeboten. Sie überdenken das ganze die nächsten 10 Tage. Ich habe Fernando auch online inseriert und bereits eine Anfrage.



Ich weiß, ich tue das richtige, für mein Kind und für mein Pferd. Aber als diese Anfrage per email kam, da merkte ich wie ernst es jetzt wird hab nur noch geweint.



Ich kann diese Nacht nicht schlafen, mir bricht es gerade das Herz. Ich hänge so an meinem Pferd, er tut meiner Seele so gut. Aber ich weiß, es ist der einzige richtige weg, da sich die momentan Lebensumstände die nächsten Jahre nicht mehr ändern werden.



So, ich musste das alles mal schreiben um mein Herz zu erleichtern.





Muss mein Pferd verkaufen, suche etwas Trost

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