Von den Staubwelten ins Regenbogenland?

vendredi 17 octobre 2014


Hallihallo ihr Lieben.



Lang lang ist es her, dass ich eine Freakshow hatte.. und an dem Tag an dem ich mich hier abmeldete, schwor ich mir, nie mehr zurück zu kehren.. aus dem simplen Grund, dass mir mein Schicksal damals einen riesigen, fetten, Edding-Strich durch die Rechnung machte - aber dazu später mehr.



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Vorstellung meinerseits:

Mein Name ist Lilly, ich bin 22 Jahre alt und reite schon, seit ich denken kann. Ich lebe zusammen mit meinem Verlobten, meiner kleinen Tochter (5 Jahre) und unserem Hund Akito mitten auf dem Land im schönen Baden-Württemberg. Wenn ich mal nicht im Stall bin, lese ich meistens.. oder ich kümmere mich um den Haushalt, aber das zählt nicht als Hobby oder? Schon immer habe einen besonderen Bezug zu Tieren, bin mit Hunden und Nagern aufgewachsen und letztlich bei den Reptilien hängen geblieben. Inzwischen sind es nur noch 3 Schlangen und ein paar Vogelspinnen, den Rest haben wir umzugsbedingt weggeben müssen. Ich bin froh, dass es nicht mehr ganz so viel ist, schließlich machen auch Reptilien eine Menge Arbeit. Ich leide seit etwa 4 Jahren an einer psychischen Krankheit, die ich bisher noch nicht besiegen konnte. Das Ganze nennt sich Agoraphobie, die Angst vor der Weite (quasi die verkehrte Platzangst). Es gibt Tage, an denen ich mich kaum aus dem Bett vage, aber im Großen und Ganzen habe ich ein relativ normales Leben - bis auf die Tatsache, dass ich Vollzeit-Mama bin. Ich möchte jetzt nicht, dass ihr denkt, ich wäre ein absolut seelisches Wrack - dem ist nämlich garnicht so. Ich bin ein unglaublich optimistischer Mensch, der zu etwa 90% mit einem Lächeln durchs Leben geht und der sich keineswegs in seinem Schneckenhaus verkriecht. Ich geh gern feiern und genieße es, in Gesellschaft meiner Freunde zu sein.. aber noch mehr genieße ich es, frische Stallluft zu schnuppern. Ich hab halt meine Einschränkungen und damit kann ich inzwischen ganz gut leben.



Meine reiterliche Karriere:

Alles begann, als ich 4 Jahre alt war und meine Eltern sich mit den Eltern meiner damaligen besten Freundin getroffen haben & Annika's Mama dann meinte, ihre Kleine würde beim Reiten richtig aufblühen und zusätzlich fördere es Koordination und Gleichgewicht. Meine Eltern waren damals sofort Feuer und Flamme, schließlich musste ihr kleines Schätzchen (ich!) alles mitnehmen was es konnte um gesund und psychisch stabil aufzuwachsen. Was aber nicht bedeutete, dass ich darauf keine Lust hatte - im Gegenteil! Ich freute mich 3 lange lange lange lange Tage, bis es endlich soweit war. So fuhren also Annika's Mama und mein Papa mit uns in den Stall und dort beobachtete ich meine beste Freundin, wie sie auf einem Pferd herum turnt. Ich war total geflasht.. und das Wichtigste: ich wollte das auch. So begann ich also mit 4einhalb Jahren zu voltigieren. Es hat mir riesigen Spaß gemacht und ich liebte die Schimmelstute Kimberly wie mein Eigenes. Nach etwa 2 Jahren wechselte ich dann stall-intern zur richtigen Reitstunde und so riss ich Kimberly nicht mehr an der Longe, sondern frei. Ich hatte in diesem Stall ungefähr 3 Jahre lang Unterricht, ehe die Reitlehrerin schwer krank wurde und alles abgeblasen hat. Annika und ich haben uns derweil irgendwie auseinander gelebt und kaum noch Kontakt. Stattdessen lernte ich ein anderes Mädchen kennen, die ebenfalls ritt.. allerdings in einem anderen Stall. Ich war ein paar Mal mit von der Partie, aber dort geritten bin ich nie.. ich hab mich zwar zwei Mal angemeldet, aber der RL war ziemlich schlampig und hat das total verplant & nix auf die Reihe bekommen. So kam es dass ich befürchten musste, die Reiterei erst einmal aufzugeben. Aber falsch! Wie sich herrausstellte hatte eine Freundin meiner Mutter zwei eigene Pferde und ab diesem Moment war ich der geborene Wald & Wiesenreiter. Cisco, ein Tinkerwallach mittleren Alters trug mich durch sämtliche Wälder und preschte mit mir als etwa 9jähriges Mädchen über so gut wie alle Felder hier in der Gegend *.* Es war eine herrliche Zeit, aber wie Erwachsene nunmal so sind, gab es aus einem mir nicht erfindlichen Grund Streit zwischen meiner Mutter und der Besitzerin des Tinkers und so wurde wieder alles total schlimm für mich. Die Reiterpause war geboren.



Als ich dann etwa 10 Jahre alt, kaufte der Cousin meines Vaters sich ein Kutschpferd.. und mein Großcousin war plötzlich genauso Feuer und Flamme für Pferde wie ich. So beschlossen seine Eltern und meine Eltern, eine brauchbare Reitschule zu finden - die dann relativ schnell ausfindig gemacht wurde. Wir also zwei Mal wöchentlich 50km Hinfahrt zur Reitschule, nur um sich dort von dem RL (den ich auch heute noch als großes A********* sehe) in Grund und Boden stampfen zu lassen. Willkür und Strenge.. zwei Aspekte die für mich heute null zusammen passen.. aber ich war damals der Meinung: Hauptsache Reiten!!!!!!! 2 Jahre haben mein Großcousin und ich uns das angetan, bin ich dem Druck einfach nicht mehr Stand hielt und heulend davon gerannt bin. Ich war in der Zwischenzeit auch mal in Reiterferien auf besagtem Hof.. nichts nennenswertes, aber es war schön.



Nach diesen quälenden 2 Jahren schleppte mich eine eher mäßig gute Freundin mit zu ihrer Reitbeteiligung, die im selben Stall stand, in dem ich das voltigieren begann. Reitbeteiligung?? Nanu?? Was ist das denn?? Ich natürlich mega begeistert gewesen & beschlossen: das will ich auch. Damals war das mit dem Alter noch nicht soo streng wie heute.. da gabs dann halt auch mal jüngere Mädels als RB. Ich lernte an jenem Tag, als ich mit der Freundin im Stall war eine Pferdebesitzerin kennen, die zwei Wallache dort stehen hatte.. mit dem einen ging sie regelmäßig auf Turniere, der andere war ein Freizeitpferd und lief hin und wieder im Unterricht. Nach ein paar Minuten hat sie mir das Freizeitpferd vorgestellt und am Tag darauf durfte ich Gabor Probe reiten. Nachdem alles geklappt hatte, meine Eltern ihr Okay gaben und sich bereit erklärten, die 50Euro monatlich zu bezahlen, war alles unter Dach und Fach und ich verbrachte 4 wunderbare Jahre mit dem Dicken. Er war ein brauner Warmblüter mit schwarzer Mähne und weißer Blesse.. etwa 162cm groß und ein wenig massiver gebaut, als zum Beispiel das Turnierpferd der Besitzerin. Ich habe ihn abgöttisch geliebt, auch wenn er mich nicht nur einmal abgesetzt hatte.. Ich durfte jeden Tag kommen und ihn reiten, musste aber auch Rücksicht auf die Reitstunden nehmen, bei denen er mitlief. das war aber kein Problem und als ich mich dann auch noch bereit erklärte, seine Box täglich selbst zu misten, ließ mich die Besitzerin ohnehin nicht mehr gehen (klar, weniger Stallmiete! :D ) Dann kam das große Überwürfnis mit der Stallbesitzerin/Reitlehrerin. Gabor wurde zu immer mehr Reitstunden eingesetzt und ich war richtig sauer, weil ich kaum noch zum Reiten kam. Als ich sie verpetzt hatte, wars natürlich rum mit dem Frieden und obwohl ich noch rund ein halbes Jahr durchgehalten hatte, musste ich mich dann schweren Herzens von Gabor trennen. Im Nachhinein muss ich sagen.. ich hätte früher gehen sollen & mir nicht so viel gefallen lassen sollen.. aber damals war ich jung, dumm und naiv und ich hatte Angst, meine letzte Chance reiten zu können, verlieren zu können. Und so war es dann auch.



Ich wurde ziemlich bald schwanger (mit knapp über 16 Jahren) und hatte eine fürchterliche Beziehung, die mich für alle Zeit gezeichnet hat.. und dadurch verlor ich jeglichen Kontakt zu Pferden. Nach der Trennung von meinem damaligen Freund und dem Vater des Kindes, suchte ich wieder nach einer geeigneten RB.. vergebens. Von 3jährigen, rohen Hengsten bis viel zu kleinen Ponies war alles dabei.. nur nicht das Richtige für mich. Nach einem Jahr Suche war klar, so wird das nichts.. und so kaufte ich mir ein 133cm großen Tinker-Isländer-Mix.. 7 jährig.. brav geritten und gefahren. So viel zur Theorie. Also es war tatsächlich ein Isi-Tinker-Mix.. aber er war nicht 7jährig und er war weder richtig geritten noch gefahren.. und außerdem total verängstigt und mega schreckhaft. Für das, das ich selbst ein eher vorsichtiger, um nicht zu sagen, ängstlicher Reiter bin, war Rocky.. so hieß er, natürlich der Fehlkauf meines Lebens. Er war im Umgang ein Schatz und echt hübsch.. aber ich hab mich kein einziges Mal drauf gesetzt.. meine Schwester ist ihn hin und wieder geritten, mehr aber auch nicht. Stattdessen haben wir viel vom Boden aus gearbeitet, aber die Chemie hat nie richtig gestimmt (falls sich wer fragt, ob ich ihn nicht Probe geritten bin.. doch.. das bin ich.. und ich glaube, er war entweder ruhig gestellt oder zuvor schon ausgepowert worden.. war halt ein viel zu übereilter Kauf, das gebe ich gern zu.. schließlich lernt man ja aus seinen Fehlern.. zumindest sollte man das mal annehmen, aber dazu nachher mehr..)

Über kurz oder lang hat das mit mir und ihm nicht funktioniert und so habe ich beschlossen, ihn abzugeben. Ich habe ihn einer unglaublich tollen Familie verkauft, die zusammen mit einer fachmännischen Bereiterin an die ganze Sache ran gegangen sind und auch heute noch sehe ich Rocky hin und wieder. Ich bin froh diesen Schritt gegangen zu sein.. er hat nur das Beste verdient und ist heute der Liebling der 6köpfigen Familie. Tja.. aber Lilly ohne Pferd hat dann halt doch nicht funktioniert und so kam ich durch eine Bekannte, direkt zum nächsten Probereiten.. eine 14jährige Warmblutstute namens Leyla. Ein Traum.. sowohl auf dem Platz als auch im Gelände.. und im Umgang sowieso. Ich habe sie im September 2013 zu mir geholt.. am dritten September ging es dann schon per Notfall in die Tierklinik, weil der Osteopath der im Stall war meinte, mit ihr stimme was ganz und garnicht. Sie hatte einen merkwürdigen Hubbel.. ein hervorstehenden Knochen am Hinterteil, ziemlich oben und das gefiel weder dem Osteopath, noch den Miteinstellern. So fuhren wir direkt in die Klinik und haben sie untersuchen lassen.. auf Herz und Nieren.. alles abgetastet, geröngt.. blaah. Es kam heraus dass sich Leyla als Fohlen schon einen Beckenbruch zugezogen hatte, der nie behandelt wurde und deshalb etwas schief zusammen gewachsen war. Ich also um etliche Euros leichter und glücklich zurück.. und dann kam mir meine Krankheit wieder in den Weg. Dadurch, dass ich nicht ins Gelände kann alleine und der Stall weder Halle noch Platz verfügte, wurde alles ziemlich schwierig. Wir haben viel Bodenarbeit gemacht auf einem abgesteckten Wiesenstück, longiert und sind hin und wieder spazieren gegangen.. geritten ist Leyla eine Miteinstellerin. Die Beiden waren ein super Team und als es mit mir permanent bergab ging, habe ich sie ihr überlassen - kostenlos. Ich war froh, diesen Druck nicht mehr zu haben durch das Pferd und vor allem habe ich mich gefreut, dass Leyla in guten Händen war. Ich kenne die neue Besitzerin schon ewig und weiß, wie sie sich um ihre Lieblinge kümmert. Letztlich hat sich Leyla dann auf der Koppel verletzt, sodass der Beckenbruch wieder auseinander gekracht ist & die Besitzerin hat sie in Rente geschickt.. zu einer alten Dame, bei der sie nun beinah 24 Stunden pro Tag verwöhnt wird. Wenigstens ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Im Dezember 2013 habe ich sie der Freundin überlassen.. und ab da bin ich nicht mehr auf dem Pferd gesessen.. bis vor rund 3 Monaten.



Ich lernte über Facebook eine wunderbare Frau kennen, die mir anbot, eine Reitbeteiligung auf einem der Verkaufspferde zu übernehmen.. garnicht weit von meinem Zuhause entfernt. Tja.. aber wer mich kennt weiß, ich häng an alles und jeden direkt mein Herz und werde dauernd enttäuscht und verletzt.. so auch jetzt. Ich bin das Verkaufspferd, Cayenne, vielleicht 10 Mal geritten, ehe sie verkauft wurde & ich am Boden zerstört. Dennoch hab ich einiges mitnehmen können - unter anderem eine Freundschaft zur Stallbesitzerin. Der Stall ist einfach ein Traum! Es gibt eine herrlich helle, geräumige und staubfreie Halle (40x20) und der Stall liegt wunderbar versteckt, umgeben von kilometerweiten Wiesen und Feldern. Da ich auch heute noch nicht in der Lage bin, auszureiten, kommt mir die Halle gerade recht und ich habe schon fest geplant, das wird das zu Hause meines Neuen.. sollte ich in den Genuss kommen, wieder ein eigenes Pferd zu kaufen.



Viele werden mich jetzt verfluchen oder mir den Vogel zeigen.. & ich kann jeden einzelnen davon verstehen. Es lief vieles falsch, was meine eigenen Pferde betraf - einerseits aus Dummheit und Naivität, andererseits aus purem Eigennutzen, was ich heute zutiefst bereue. Aber seitdem ich mich wieder in Stallluft bewege, regelmäßig reite und mich zwinge, ein paar Meter zu laufen, geht es mir besser und ich bin froh, dass mir das Verkaufspferd das alles ermöglicht und gezeigt hat. Mag sein, dass ich immer noch nicht die perfekte Pferdebesitzerin sein werde - aber wer ist das schon? Ich bin jedenfalls im Moment dabei, mich ein wenig nach einem neuen Liebling umzuschauen - der Stellplatz ist fest für mich reserviert & falls mir was tolles über den Weg läuft - warum nicht? Das Geld ist da & ich fühle mich wieder in der Lage, mich intensiv und ein Pferd zu kümmern. Bitte unterlasst unfreundliche und destruktive Kommentare.. wer unter Panik-Attacken zu leiden hat, der weiß dass das kein Kinderspiel ist & dass ich bereits genug zu kämpfen habe.



& ich verspreche: meine Geschichte ist noch nicht zu Ende! Bilder folgen dann in Kürze!





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